RÄUMLICH 2: ANNA MARIA BOGNER

 

STICHTIING IK, VLISSINGEN-SOUBURG (NIEDERLANDE), 12. August - 16. September 2012

 

ohne Titel, 2012, Bleistift und Ölkreide auf Papier, 360 x 1177 cm:

 

 

 

Edition: ohne Titel, 2012, S/W-Druck auf Papier, Edition 7 + 1 AP, 32,9 x 48,3 cm

 

 

Konzept:

IK lautet der Name der Pavillons von Jan van Munster, die zugleich begehbare Skulpturen darstellen. Besucher der IK-Insel betreten eine Skulptur, die – wie schon der Name verdeutlicht – eine Persönlichkeit repräsentieren. Während es zunächst unklar bleibt, welches IK gemeint ist, muss dem Betrachter, der mit der IK-Insel Neuland betritt, dieses IK zunächst fremd, in jedem Fall aber unbekannt erscheinen. IK ist der/die Andere, ein Gegenüber; mehr JE als IK. Räume bestimmen unseren Alltag. Wir orientieren uns in ihnen, und sie helfen uns dabei uns zu orientieren. Wir eignen uns Räume an und entwickeln unseren persönlichen Blick auf sie. Unser kognitives Abbild von Räumen, die wir betreten, nutzen und innerhalb deren wir agieren, ist eben keine objektive Spiegelung des ‚tatsächlichen’ Raums. Wir konstruieren uns unsere Realität. Erst wenn unser Handeln, das immer auf den Grundlagen unseres Abbilds von Realität fußt, am tatsächlich Gegebenen scheitert, wird uns bewusst, dass unsere Idee von Welt nicht ident ist mit der Faktizität der Dinge.

All dies geschieht jedoch nicht bewusst. In unserem alltäglichen Handeln haben wir gelernt uns mühelos in neuen Räumen zu orientieren und zu verorten. Zugleich bauen wir uns Räume, die unserer Vorstellung von Raum entsprechen. Raumwahrnehmung erscheint uns im Alltag nicht mehr als aktive kognitive Leistung. 

Das Betreten von IK soll uns bewusst machen, dass Raumaneignung ein individueller Prozess ist. Zugleich soll jedoch darauf verzichtet werden, durch Interventionen die bestehende IK-Skulptur zu verändern. Vielmehr wird demjenigen, der das IK betritt, in einer großflächigen zentralperspektivischen Zeichnung meine persönliche Wahrnehmung des IK entgegengehalten. Damit stehen dem Betrachter zwei mögliche IKs gegenüber. Im Abgleich zwischen Zeichnung und vorgefundenem Raum wird der Betrachter auf sich selbst zurückgeworfen. Letztendlich kommt er nicht darum herum, sich seiner eigenen Wahrnehmung des Raums bewusst zu werden. Wo stehe ich? Was ist mein IK?


- Anna-Maria Bogner - 

 

 

 

 
 
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