RÄUMLICH

Klaus Schmitt Anna-Maria Bogner

Zwei Ausstellungen im IK-Pavillon, kuratiert von Peter Lodermeyer

 

Konzept

Die kuratorische Idee von RÄUMLICH besteht darin, möglichst direkt auf die Vorgaben Bezug zu nehmen, die aus der eigenwilligen Architektur des IK-Pavillon als Ausstellungsort resultieren: zum einen auf den Raum selbst mit seinen spezifischen Verhältnissen von Form, Material, Licht, Proportionen usw., zum anderen auf die Idee, das „Ich“ als eine plastische Kraft aufzufassen und entsprechend zu veranschaulichen. Um beide Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven miteinander zu verbinden, sind zwei installative Ausstellungen geplant, die das subjektive Erleben des Raums zum Thema haben. „Ich“, was immer darunter in seiner Unbestimmtheit und philosophischen Überdeterminiertheit zu verstehen ist, ist als Subjekt immer beides zugleich: das „Ich“ besetzt, verändert und gestaltet Räume und ist zugleich Räumen ausgesetzt, von ihnen und ihrer Atmosphäre beeinflusst. Räume sind Erweiterungen oder aber Einschränkungen des Ich – und oft beides zugleich.

Die beiden Ausstellungen, zunächst Klaus Schmitt, dann Anna-Maria Bogner, sind als zwei zusammengehörige Komponenten eines Ausstellungskonzepts zu verstehen. Der Arbeitstitel beider Ausstellungen ist RÄUMLICH, wobei die farbige Hervorhebung des ICH unmittelbar andeutet, dass es um die Beziehung zwischen Raum und Subjekt geht, wobei dieses Subjekt nicht notwendigerweise der Künstler, sondern durchaus auch der Betrachter sein kann.

Als vorwiegend installativ arbeitende Künstler sind sowohl Klaus Schmitt als auch Anna-Maria Bogner  primär mit dem Thema Raum und Raumwahrnehmung befasst. Bei der Auswahl war die Idee ausschlaggebend, möglichst viele biografische und künstlerische Unterschiede ins Spiel zu bringen, um die Thematik des subjektiven (Um-)Gestaltens und Erlebens von Raum aus ganz verschiedenen, sich aber im Idealfall ergänzenden Blickwinkeln zu thematisieren:

·   eine männliche und eine weibliche Perspektive

·   unterschiedliche Arbeitsweisen, konträr zu den gängigen Klischees von Männlichkeit und Weiblichkeit: ein eher intuitives, impulsives und emotionales Arbeiten mit Raumsituationen bei Klaus Schmitt, konzeptionelle Eingriffe mit formreduzierten, „minimalistischen“ Mitteln bei Anna-Maria Bogner

·   verschiedene kulturelle Prägungen: ein Deutscher, eine Österreicherin

·   unterschiedliches Alter, zwei verschiedene Generationen: ein erfahrener Bildhauer mit umfangreicher Ausstellungsliste (* 1955) und eine junge, noch am Karrierebeginn stehende Künstlerin (* 1984)

Außerdem arbeiten beide Künstler neben der Installation/Skulptur mit weiteren künstlerischen Medien: Bei Klaus Schmitt wird die Bildhauerei intensiv durch Aquarellmalerei begleitet, während Anna-Maria Bogner ihre Raumuntersuchungen auch in den Medien Zeichnung und Fotografie betreibt.

Eine erste Ausstellungsidee von Klaus Schmitt besteht darin, einen unregelmäßig geformten, vom Boden bis zur Decke reichenden Raumkörper mit fünfeckigem Grundriss so in die Mitte des IK-Pavillons zu setzen, dass die Wahrnehmung des Raums grundlegend verändert und die Raumverhältnisse infragegestellt werden. Für die zweite, von Anna-Maria Bogner bestrittene Ausstellung stellt sich dann für die Künstlerin die Alternative, für ihre eigene Rauminstallation den Raum zunächst wieder in den ursprünglichen Leerzustand zu bringen oder aber den Eingriff von Klaus Schmitt zu akzeptieren und in ihre eigene Arbeit mit einzubeziehen.

Da die beiden Ausstellungen in engen Bezug zueinander stehen, soll sich die Begleitpublikation auf beide Installationen beziehen. Außerdem ist geplant, zur Finissage, zu der auch die Publikation präsentiert wird, ausgewählte Arbeiten beider Künstler gemeinsam zu zeigen, damit das Publikum die Gelegenheit hat, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der künstlerischen Auffassung von Klaus Schmitt und Anna-Maria Bogner im direkten Vergleich wahrnehmen zu können.

 

 

 

 

 

 

 
 
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